Sinterhärtung

Die meisten Stahlsorten können nach dem Aufheizen über die Umwandlungstemperatur von 732°C durch eine kontrollierte Abkühlung gehärtet werden.

Bei der Sinterhärtung gilt das gleiche Prinzip, wobei jedoch der Sinterschritt im pulvermetallurgischen Verfahren genutzt wird. Bei der Sinterung wird die Temperatur des Teils weit über den Grenzwert von 732ºC angehoben. Durch Zugabe bestimmter Legierungselemente (z. B. Nickel und Molybdän) zum Ausgangsmaterial und Modifizieren der Kühlzone des Sinterofens können die Sinterteile während ihrer Abkühlung wirksam gehärtet werden. Somit ist keine zusätzliche Wärmebehandlung notwendig. Zugleich wird durch den langsameren, kontrollierten Kühlzyklus das Auftreten von Verzug und Rissen minimiert.

Dieses Verfahren bietet noch weitere Vorteile:

  • keine Kontaminierung durch verschmutztes Härteöl
  • saubereres Erscheinungsbild direkt aus dem Ofen
  • erzeugt eine bessere Reproduzierbarkeit als Chargenprozesse
  • kein Ölrauch während des Anlassens

Typische Anwendungsbereiche der Sinterhärtung sind Zahnräder, da durch dieses Verfahren eine bessere Zahnqualität und folglich ein ruhigerer Lauf des Zahnrads erreicht wird.

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